Das müssen Sie bei der Sanierung eines Flachdachs beachten

Okt 11, 2019 No Comments by

Flachdächer erfreuen sich dank ihrer zusätzlichen Nutzfläche großer Beliebtheit. Sie sind individuell gestaltbar und oft kostengünstiger als herkömmliche Dächer. Planen Sie Ihr Flachdach zu sanieren, informieren Sie sich besser im Vorfeld umfangreich über Ihre Möglichkeiten und baurechtlichen Pflichten.

Was ist ein Flachdach?

Als Flachdach wird ein Dach bezeichnet dessen Neigung maximal 10° beträgt. Die meisten Flachdächer weisen eine Neigung von ca. 5° auf. Die deutsche Bauordnung gibt jedoch keinen definierten Neigungswinkel für diese Dächer an. Ein Flachdach ist meist nicht völlig flach. Es gibt allerdings auch Dächer die ganz ohne Neigung auskommen. Darüber hinaus unterscheidet man genutzte oder ungenutzte Flachdächer. Genutzte Flachdächer können beispielsweise als Terrasse oder begrünte Fläche dienen. Unbenutzte Dächer werden dagegen nur in Ausnahmefällen begangen, so z.B. bei Wartungs- und Renovierungsarbeiten. Gebäude mit Flachdächern können mit der richtigen Bauweise zu einem späteren Zeitpunkt noch aufgestockt werden.

Gründe für die Flachdachsanierung

Bedingt durch die Bauart der Flachdächer ergeben sich einige Nachteile. In der Regel benötigen Sie mehr Instandhaltungsarbeiten als herkömmliche Dächer. Besonders Feuchtigkeit kann sich aufgrund der fehlenden Neigung schneller ansammeln und das Dach beschädigen. Auch Schneemassen setzten dem Dach zu und verringern dessen Haltbarkeit. Sind die Schäden nicht mittels kleinerer Reparaturarbeiten zu beseitigen, sollten Sie eine Sanierung an Ihrem Flachdach vornehmen. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Frühjahr, aber unbedingt noch vor dem Wintereinbruch.

Sind schon zu Jahresbeginn Schäden erkennbar, zögern Sie nicht zu lange. Bei Regen, Schnee und Kälte werden diese größer und können dem Dach schwer zusetzen. Auch die Steigerung der energetischen Effizienz ist ein Sanierungsgrund für das Flachdach. Schon mit geringen Dämmstoffdichten können Sie deutlich an Energie sparen und Ihre Heizkosten senken. Darüber hinaus sollten Sie Ihr Flachdach vor jeder Nutzungsänderung auf eine eventuell nötige Sanierung prüfen. Je nach geplanten Nutzen können die Arbeiten hier aufwendig und zeitintensiv sein. Besonders wichtig ist, dass das Flachdach eventuell dazukommende Lasten zuverlässig trägt.

Die richtige Abdichtung bei der Flachdachsanierung

Der wohl wichtigste Teil der Flachdachsanierung ist die Abdichtung. Besonders Flachdächer müssen wegen der fehlende Neigung vor eindringender Feuchtigkeit geschützt werden. Je nach Nutzungsart wird die Flachdachabdichtung unter einer Schutzschicht angebracht oder sie stellt die oberste Schicht des Daches dar. Schutzschichten können beispielsweise aus Wärmedämmplatten bestehen, welche auch bei der „normalen“ Wärmedämmung von Spitzdächern zum Einsatz kommen. Auch Kies wird für diesen Zweck verwendet. Die Abdichtung besteht aus Kunststoffbahnen oder Bitumen-Schweißbahnen. Die Schweißbahnen lassen sich leicht erneuern und gegebenenfalls flicken. Anstelle der Bahnen kann Bitumen oder Kunststoff auch flüssig auf das Dach aufgebracht werden.

Kunststoff ist bei der Abdichtung leichter als Bitumen und belastet das Dach mit weniger Gewicht. Bitumen kommt auch zum Zug um den Keller trocken zu legen. Die Aufbringung ist oft zeitsparender als die der Bitumenbahnen, da der Kunststoff lose aufgebracht werden kann. Seine Widerstandsfähigkeit gegenüber hohen Temperaturen und UV-Bestrahlung machen Kunststoff zu einem beliebten Material für die Flachdachabdichtung.

Wünschen Sie eine besonders hochwertige und langanhaltende Abdichtung Ihres Flachdachs können Sie EPDM-Dichtungsbahnen verwenden. Der natürliche Kautschuk kommt vorgefertigt aufs Dach und miniert die Zahl undichter Stellen. Er kann als Untergrund für eine Dachbegrünung dienen und ist über 50 Jahren extrem beständig. Bitumenbahnen dagegen halten meist nur zwischen 10 und 15 Jahre. Zwar sind sie deutlich günstiger als EPDM-Bahnen, die zusätzlichen Reparatur- und Sanierungskosten durch die kürzere Haltbarkeit sollten Sie jedoch beachten.

Dämmung und Entwässerung des Flachdachs

Neben der Abdichtung stellen Dämmung und Entwässerung weitere wichtige Maßnahmen dar, die Sie im Rahmen einer Flachdachsanierung in Betracht ziehen sollten. Besonders eine Erneuerung oder gar erst Anbringung der Dämmung bietet sich an, wenn das Dach sowieso saniert wird. Eine Dämmung im Nachhinein anzubringen ist aufwendig und kostenintensiv. Erkundigen Sie sich im Vorfeld der Flachdachsanierung über in Frage kommendes Dämmmaterial und die Art der gewünschten Dämmung. Beides richtet sich sowohl nach der geplanten Nutzung des Flachdachs und den bereits verbauten Materialien.

Besonders für genutzte Flachdächer gelten hohe DIN-Anforderungen z.B. DIN 18531, DIN 18532, DIN 18533, DIN 18534, DIN 18535 an die Sie sich im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen halten müssen. Die Auflagen für nicht genutzte Flachdächer sind weniger streng. Neben der Dämmung sollte auch die Entwässerungsanlage des Flachdachs überprüft und eventuell erneuert werden. Die Ableitung der Feuchtigkeit ist beim Flachdach besonders wichtig. In Frage kommt sowohl eine Freigefälle-Entwässerung als auch ein Rohrleitungssystem. Letzteres wird besonders bei großen Flachdächern genutzt, weniger auf Wohnhäusern. Auf jeden Fall sollten Sie darauf achten, dass das Flachdach an vielen und regelmäßig verteilten Stellen entwässert wird.

Finanzierung und Förderung der Flachdachsanierung

Je nachdem welche Maßnahmen im Rahmen der Flachdachsanierung geplant sind und für welche Materialien Sie sich entscheiden, fallen die Kosten teilweise recht hoch aus, wenn sie eine fachmännische Dachsanierung durchführen lassen. Günstigere Materialien wie Bitumen sind zwar preiswert, halten aber so lange wie Kunststoffabdichtungen. Für die Abdichtung des Daches müssen Sie je nach Material zwischen 20-30 Euro pro Quadratmeter einplanen. In Hinblick auf die gewählte Entwässerung schwanken die Preise stark. Pro Entwässerungsstelle fallen oft Preise ab 100 Euro an. Um die Flachdachsanierung teilweise finanzieren zu können, sollten Sie sich über eine staatliche Förderung informieren. Diese steht Ihnen zum Beispiel für die Dämmung mit dem Förderprogramm KfW430 zu. Sie bekommen 10 % der Kosten oder maximal 5000 Euro erstattet. Auch der Einbau einer Solarthermie wird gefördert.

Fazit zur Flachdachsanierung

Eine Flachdachsanierung ist aufwendig, trägt aber zur Langlebigkeit Ihres Flachdachs bei. Überlegen Sie im Vorfeld, welche Maßnahmen erforderlich sind und ob Sie im Rahmen der Haussanierung auch eine Dämmung planen. Informieren Sie sich über in Frage kommende Materialien, die dem Nutzen Ihres Flachdachs entsprechen und halten Sie bei der Sanierung alle rechtlichen Vorgaben ein. Setzten Sie besser auf langlebige Materialien. Mit diesen erfreuen Sie sich länger an einem intakten Flachdach.

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