Der richtige Lack

Feb 10, 2018 No Comments by

Bei der Haussanierung kommt es immer wieder vor, dass man anstatt einer Wandfarbe einen Lack verwenden sollte. Doch wann verwendet man einen Lack und nicht eine Wandfarbe, was ist der richtige Lack und welche unterschiedliche Lacke gibt es überhaupt? All diesen Fragen möchten wir mit diesem Artikel „der richtige Lack“ nachgehen und ihnen einen kurzen Überblick über das Basiswissen rund um Lacke geben.

Was ist der richtige Lack?

Bei einem Lack handelt es sich um einen Stoff, der sowohl flüssig als auch in Pulverform verwendet werden kann und der immer als Beschichtungsmaterial dient. Durch den dünnen Auftrag auf verschiedene Gegenstände oder Oberflächen entsteht mittels chemischer oder auch physikalischer Vorgänge ein fester Film auf der behandelten Oberfläche. Das kann beispielsweise durch das Verdampfen von Lösungsmitteln der Fall sein.

Lacke sind aus verschiedenen Inhaltsstoffen zusammengesetzt. Hier wird allerdings in den letzten Jahren auch gesetzlicherseits vermehrt darauf geachtet, dass die Inhaltsstoffe so wenig wie möglich gesundheitsschädlich sind.

Grundsätzlich bestehen Lacke aus Bindemitteln und Pigmenten sowie Füllstoffen und Harzen beziehungsweise Acrylaten und Additiven. Dazu sind auch Biozide in Verwendung. Auf Lösungsmittel wird innerhalb der Lackproduktion mehr und mehr verzichtet und der Einsatz dieser gesundheitsschädlichen Stoffe wird in Lacken immer weiter reduziert. Die Lackproduktion wird weltweit auf rund 28 Milliarden Liter geschätzt.

Was der richtige Lack ist, hängt letztendlich von ein paar Kriterien und Bedingungen ab. Zuerst sollte man sich den Untergrund untersuchen und anschließend seine Ziele der Lackarbeit definieren. Wer z.B. sein Auto lackieren möchte und eine schöne glänzende Oberfläche mit der Lackarbeit erzielen möchte, der bedient sich aus der Kategorie Zweischichtlack, was einem Basislack plus anschließendem Klarlack entspricht.

Wo werden Lacke eingesetzt?

Die wesentlichen Aufgaben, die Lacke zu erfüllen haben, sind in drei Hauptaufgaben gegeben. Das ist zum einen die schützende Wirkung, die Lacke beispielsweise in Form des Schutzanstrichs oder als Schutzlacke haben. Dazu dienen Lacke der Dekoration und erfüllen damit eine optische Aufgabe. Die dritte Aufgabe der Lacke besteht darin, die Oberflächeneigenschaften eines Materials positiv zu beeinflussen und so beispielsweise eine elektrische Leitfähigkeit zu erzeugen.

Die Anfänge des Einsatzes von Lacken waren in China, weshalb den Chinesen auch die Entwicklung der Lacktechnik zugeschrieben wird. Bereits vor mehr als 7.500 Jahren sollen sie die Rinde des sogenannten Lackbaumes als Oberflächenbehandlungsmittel eingesetzt haben.

Eine erste überlieferte Rezeptur für einen Lacke wurde aus dem 12. Jahrhundert entdeckt. Diese hatte eine Zusammensetzung aus Leinöl als Bindemittel und dem Zinnober, das als Pigmentierung diente. Schon im 18. Jahrhundert entstanden dann die ersten Lacksiedereien, die den Beschichtungsstoff für verschiedenste Gegenstände produzierten. Innerhalb der Siedereien wurden die Bestandteile der Lacke noch mittels erhöhter Temperatur der einzelnen Bestandteile miteinander vermengt. Diese Lacke dienten dekorativen Zwecken.

Bis zum Anfang des Industriezeitalters hatten Lacke fast immer ausschließlich die Aufgabe, bestimmte Gegenstände schöner zu gestalten. Innerhalb des Industriezeitalters erlangten Lacke dann auch andere Aufgabenerfüllung. Sie wurden nun zum Schutz von Gegenständen und Oberflächen und damit auch zur Erhaltung der Werte von Gegenständen und sogar Gebäuden eingesetzt.

So wurden auch im Laufe der Jahre spezielle Anlagen errichtet, die das Lackieren von Oberflächen vereinfachten und den Einsatz eines Pinseln unnötig machten. Die Lackierung der Oberflächen fand mittels Walzen oder Gießen sowie auch des Tauchens statt und die Oberflächenbehandlung erfolgte so nicht nur einfacher, sondern auch gleichmäßiger.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte dann die Entwicklung neuer Bindemittel. Das waren beispielsweise Laccain oder auch Bakelite. Schon im Jahr 1913 erfolgte die Entwicklung erster Lacke auf Kunstharzbasis, die komplett synthetisierte Bindemittel als Inhaltsstoff aufwiesen. Das brachte in der Weiterentwicklung die Nitrozelluloselacke mit sich, die in der Automobilindustrie für die Lackierung der Fahrzeuge verwendet wurden. Erste Dispersionsfarben gelangten ab dem Jahr 1934 auf den Markt.

Wasserbasierter Acryllack

Anders als die sonst gängigen Alkydharzlacke oder auch Kunstharzlacke, trocknet ein wasserbasierter Acryllack z.B. Sikkens Rubbol BL Satin , auf physikalische Weise ab. Die klassischen Lacke härten aufgrund chemischer Reaktionen aus, der wasserbasierte Acryllack trocknet durch die Wasserverdunstung oder auch die Verdunstung der Lösungsmittelmischung aus. Das Bindemittel ist bei diesen Lacken in Form feinster Tröpfchen in Wasser verarbeitet.

Das wird auch als Dispersion bezeichnet. Die Tröpfchen oder Polymerteilchen nähern sich einander durch die Wasserverdunstung und bilden so einen Lackfilm. Bei dieser Art der Trocknung ist Irreversibilität gegeben. Das heißt, dass nach einer kompletten Trocknung der Lack nicht mehr wasserlöslich ist. Die Vorteile von dieser Lackart Lack liegen darin, dass er umweltfreundllich und geruchsarm, dazu schnelltrocknend und elastisch ist. Die Nachteile liegen darin, dass diese Lacke – einmal geöffnet – nur eine geringe Haltbarkeit und Verarbeitungsmöglichkeit bieten. Dazu sind sie auch nicht so strapazierfähig wie klassische Acryllacke.

Alkydharzlack/Kunstharzlack – lösemittelhaltig

Alkydharzlacke weisen eine sehr gute Verarbeitungsqualität auf und sie verfügen zudem über ein besonders gutes Deckungsvermögen. Dadurch, dass diese Lacke sehr gut verlaufen, schaffen sie auch bei einer Verarbeitung mit dem Pinsel besonders glatte Oberflächen. Kunstharzlacke zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine besonders hohe Schlag- und Stoßfestigkeit aufweisen und dass sie auch sehr scheuerfest sind. Das bedeutet eine besonders strapazierfähige Oberflächenbehandlung, die besonders dort immer sinnvoll ist, wo Oberflächen geschützt werden sollen, die eine hohe Alltagsbelastung haben.

Eine Besonderheit bilden hier die aromatenfreien Kunstharzlacke. Diese verzichten in der Produktion auf einen besonders aggressiven Bestandteil und der besteht in den konventionellen Lösungsmitteln, auch als aromatische Kohlenwasserstoffe bezeichnet. Die Vorzüge der aromatenfreien Lacke liegen in einem geringeren Geruch und einem besseren Gesundheitsschutz für Nutzer. Weiterhin weisen sie ein geringeres Allergiepotenzial auf und unterstützen den Umweltschutz durch eine geringere Ozonbelastung.

Zweikomponentenlack

Solche Lacke setzen sich aus einem Basislack und Wasser oder einem Lösungsmittel zusammen. Die beiden letzteren Stoffe können beispielsweise mit Füllstoffen oder Farbpigmenten ausgestattet sein, um den Stammlack in seinen Eigenschaften zu ergänzen. Die zweite Komponente in diesem Lack härtet den Lack auch aus.

Zweischichtlack

Ein Zweischichtlack findet dahingehend Verwendung, dass zunächst ein Basislack auf die zu behandelnde Oberfläche aufgebracht wird und dass diese dann nach dem Abtrocknen mit einem Klarlack versiegelt wird. Hierbei hat der Basislack alle gewünschten Elemente wie die Farbpigmentierung und der Klarlack dient lediglich der Fixierung und dem Schutz der Basislackierung.

Epoxidharzlack

Seinen Namen hat der Epoxidharzlack vom Epoxidharz, das hierin enthalten ist. Es gehört zu den sogenannten Polymeren. Das wiederum sind Makromolekühle, die aus vielen gleichen Teilen bestehen. Zusammen mit dem Härter erlangt der Lack seine Aushärtung auf der lackierten Oberfläche. Die Mischung der beiden Komponenten erfolgt erst direkt vor dem Lackieren. Dieser Lack ist besonders stabil und kann sogar auf Oberflächen eingesetzt erden, die mit Chemikalien in Berührung kommen.

Klavierlack/Schleiflack

Dieser Lack wurde besonders im 19. Jahrhundert sehr gern genutzt. Die Entwicklung dieser Art von Lack, die als Klavier- oder auch Schleiflack bezeichnet wird, hatte das Ziel, auf eine Oberfläche mehrere Lackschichten aufzubringen, dennoch eine sehr deckende, homogene und zudem auch hochglänzende und harte Oberfläche zu erzielen.

Japanlack/Chinalack

Dieser Lack wird im Original aus dem Wundsaft des Lackbaumes gewonnen. Zunächst ist er nach dem Abzapfen graugelb und dickflüssig. Die Lackart ist giftig und wird für traditionelle und chinesische wie auch japanische Lackkunstarbeiten verwendet.

Was ist der Unterschied zwischen Lacke und Wandfarben?

Farben, Lacke und Lasuren werden oft in einem Zusammenhang genannt, haben sie doch zum Zwecke eine bestimmte Oberfläche zu schützen, ihr neuen Glanz zu verleihen oder in einem anderen Farbton erstrahlen zu lassen. Lacke werden vor allem bei Metallen und Holz verwendet. Die Gruppe der Lacke lässt sich aber nochmals in weitere Untergruppen unterteilen, so dass sie auch für weitere Untergründe wie mineralische Untergründe neben den oben genannten verwendet werden kann. Sie unterscheidet sich neben der Funktion auch im Anteil des Bindemittels. Wandfarben sind offenporiger und haben einen geringeren Bindemittelanteil als Lacke. Zudem sind Wandfarben auch nicht glänzend.

Mit Wandfarbe Holz streichen?

Klassische Wandfarben sind neben Silkatfarben und Silikonfarben auch Kalkfarben. Schaut man sich das technische Merkblatt der gängigsten Wandfarben an, so steht dort als Anwendungsgebiet Innenwandflächen, Außenwandflächen oder auch Deckenflächen und  eben nicht Metall oder Holz. Auch wenn die Wandfarbe Dispersionsfarbe relativ gut auf Metall und auch Holz haftet, das Malergebnis ist nicht unbedingt das „schönste“. Auf glatten Oberflächen wie Glas hält Wandfarbe nicht.

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