Welche Lehmbaustoffe gibt es?

Mrz 30, 2016 No Comments by

Lehm ist ein alter Baustoff, der früher beim Hausbau oder Hausrenovierung eingesetzt wurde. Doch gerade die ersten gebrannten Steine und später der Fertigbeton haben den Lehm als Baustoff schon fast in Vergessenheit geraten lassen. Dies begründete sich auch in den damals schwierigen Eigenschaften von Lehm. So war eines der größten Probleme bei der Verarbeitung von Lehm, die langen Trocknungszeiten. Diese machten den Hausbau zu einer unkalkulierbaren Angelegenheit. Doch diese Probleme gibt es heute beim Lehmbaustoff nicht mehr. Aus diesem Grund erfreuen sich Lehmbaustoffe auch wieder einer größeren Beliebtheit. Warum dies so ist und aus was ein Lehmbaustoff überhaupt ist, kann man in diesem Ratgeber erfahren.

Das ist Lehm

Lehm ist eine Verbindung aus drei natürlichen Materialien, die sind zum einen Sand, Schluff, aber auch Ton. In dieser Verbindung entsteht Lehm ganz natürlich, zum Beispiel an Flüssen als Ablagerung oder an Gletschern durch die Verwitterung vom Gestein. Da Lehm vollkommen aus natürlichen Materialien besteht, spricht man bei Lehm auch von einem natürlichen Baustoff. Oftmals wird er auch als ökologischer Baustoff bezeichnet. Durch seine natürliche Entstehung, kann man diesen jederzeit unter Hinzugabe von Wasser auch wieder auflösen. Gerade im Zusammenhang mit der Verwendung ist dies ein nicht unwichtiger Faktor, dazu aber später mehr.

Was sind die Vorteile von Lehmbaustoffen

Viele werden sich jetzt sicherlich fragen, was ist so besonders an einem Lehmbaustoff? Wo sind die Vorteile? Lehm ist vor allem ein Baustoff für das ökologische Bauen. Dies bedeutet seine Herstellung verbraucht nur wenig Energie. Gerade wer viel Wert auf eine Bauweise unter ökologischen Gesichtspunkten Wert liegt, der ist mit dem Lehmbaustoff gut beraten. Doch neben diesem Aspekt, sind es beim Lehmbaustoff vor allem seine Eigenschaften. So erfüllt der Lehmbaustoff durchaus sehr hohe Wärmedämmwerte, wie man sie sonst eigentlich nur für den klassischen Dämmmaterialien kennt. Auch weist dieser einen hohen Schallschutz auf. Dies ist vor allem dem hohen Eigengewicht vom Lehm zu verdanken. Lehm hat aber auch die Eigenschaft, das dieser Gerüche, aber auch Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wer jetzt Angst vor Schimmel beim Lehmbaustoff hat, der kann beruhigt sein. Lehm kann nicht nur gut Feuchtigkeit binden, sondern auch wieder aufnehmen. Er reguliert hierbei auf ganz natürliche Weise die Raumfeuchte. Hierbei kann er auch Schadstoffe in der Luft binden. Aus diesem Grund eignet sich der Lehmbaustoff sehr gut auch für Menschen, die zum Beispiel unter Allergien leiden.

Lehm lässt sich sehr gut verarbeiten, gerade im Zusammenspiel mit Holz. So ist das Schwundverhalten bei beiden Baustoffen ähnlich. Dies bedeutet, es kommt nur zu einer geringen Rissbildung. Auch fungiert der Lehmbaustoff beim Holz durchaus als einen natürlichen Holzschutz. Lehm kann auf nahezu allen Untergründen haften, dementsprechend breit sind die Verarbeitungsmöglichkeiten vom Lehm. Im Zusammenhang mit den bereits erwähnten Wärmedämmwerten von Lehm, so muss man hier noch darauf hinweisen, das diese hohen Werte vor allem dann erreicht werden, wenn der Lehm in Verbindung mit anderen natürlichen Baustoffen wie Stroh, Hanf oder Kork verwendet wird.

Wie schon kurz bei den Eigenschaften von Lehm vorgestellt, kann man Lehm in Wasser wieder auflösen. Und wer sich jetzt fragt, wo sind die Nachteile bei all den Vorteilen, so ist dies Antwort darauf. Würde man zum Beispiel einen Lehmbaustoff im Außenbereich einsetzen und würde dieser in Kontakt mit Regen kommen, kann man feststellen wie dieser seine Festigkeit verliert. Damit dies nicht passiert, ist bei Anwendung vom Lehmbaustoff im Außenbereich der Arbeitsaufwand ein bisschen höher. Den hier muss man dann den Lehmbaustoff, zum Beispiel mittels einem Kalkputz oder einer entsprechenden Farbe vor den Witterungseinflüssen schützen. Macht man dieses, kann man Lehmbaustoffe auch sehr gut im Außenbereich einsetzen.

Vielzahl von Lehmbaustoffen

Wenn früher ein Haus gebaut wurde, dann bestand die Grundkonstruktion aus Holz. Ausgefüllt wurde diese Konstruktion mit Strohmatten und Lehm, der hier gleichzeitig auch als ein Putz diente. Heute gibt es den Lehmbaustoff in einer Vielzahl von Formen. Zu diesen Formen gehört:

  • Lehmputz
  • Bauplatten aus Lehm
  • Lehmspachtel
  • Lehmsteine
  • Lehmunterputz mit Stroh
  • Lehmfarbe

Um den erstgenannten Punkt noch zu verdeutlichen – Lehmputze sind z.B.  ProCrea Oberputz oder CLAYTEC Lehm-Unterputz. Desweiteren gibt es aber auch Streichputz z.B. den CLAYTEC Streichputz. Auch gibt es noch weitere Hersteller und Formen von Lehmputze. Mit dieser breiten Palette an Lehmbaustoffen kann man vollständig ein Haus errichten, aber auch nur ausbauen. Ob seine Wände verputzen,Decken abhängen, den Gestaltungsmöglichkeiten sind im Vergleich zu den industriellen Baustoffen fast keine Grenzen gesetzt.

Selbst für die Farbgestaltung der Wände aus Lehmbaustoff, gibt es mittlerweile eine Lehmfarbe. Die Lehmfarbe besteht bei den Grundinhalten aus den selben Inhaltsstoffen. Ob einen gelben oder einen weissen Farbton, mit einer Lehmfarbe ist eine vielseitige Wand- und Deckengestaltung möglich.

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