Zinsen: Auf welche Entwicklung sollten Immobilienbesitzer hoffen?

Jan 10, 2020 No Comments by

Der Immobilienboom des letzten Jahrzehnts sucht seinesgleichen. Interessant ist deswegen der Blick darauf, was bei Änderungen im Finanzmarkt passieren würde.

Alte Regeln haben weiterhin Bestand – zumindest oberflächlich

Von außen betrachtet hat sich beim Hausbau seit Jahrzehnten nicht viel getan. Abgesehen von neuen Design-Ideen scheinen die Basics dieselben geblieben zu sein. Unterschiede offenbaren sich jedoch hinter den Kulissen, denn dank moderner Werkstoff- und Materialtechnik ist die Auswahl größer denn je, während die Produkte flexibler einsetzbar geworden sind. So eignen sich Wellplatten aus Polycarbonat gleichermaßen für Haus und Garten; das breite Sortiment sorgt außerdem für Modelle in ganz verschiedenen Preisklassen.

Als Folge sind individuelle Lösungen in allen Belangen des Hausbaus zum Standard geworden. Und das sorgt für bessere Bedingungen bei Planung und Finanzierung. Denn bei Geldfragen rund um Immobilien sieht es ganz ähnlich aus: Ein Großteil aller Projekte wird über einen Zeitraum von über 20 Jahren finanziert. Handelt es sich um ein Objekt zur Eigennutzung, wird die Tilgung so eingeplant, dass sie nicht höher als eine realistische Miete ist. Wird das Haus (oder die Wohnung) als Investment gekauft, muss die zu erwartende Miete mindestens der Kredittilgung entsprechen.

Das würden steigende Zinsen bedeuten

Diese Grundlagen sind nicht neu, haben in den letzten zehn Jahren allerdings von veränderten Rahmenbedingungen profitiert. Die Hauptrolle dabei spielt der Leitzins: Dass sich dieser auf Rekordtief befindet, wurde bereits hinreichend diskutiert. Neu ist dagegen, dass die Periode inzwischen länger andauert, als es in der Vergangenheit üblich war. Und eine Umkehr ist immer noch nicht in Sicht: Was für Sparer zunehmend problematisch ist, erweist sich für Immobilienprojekte als Segen.

Denn steigende Zinsen wären aus zwei Gründen schlecht:

  • Kreditzinsen: Wer die Zinsbindung nicht über den gesamten Finanzierungszeitraum gekauft hat, für den würden anschließend sprunghaft höhere Tilgungsraten anfallen, im schlimmsten Fall so hoch, dass sie nicht mehr tragbar sind. Dasselbe gilt für mögliche Refinanzierungen.
  • Durch steigende Zinsen würden außerdem andere Sparanlagen wieder an Beliebtheit gewinnen. Das vorhandene Investmentbudget würde sich wieder auf mehrere Bereiche verteilen, anstatt sich auf Immobilien zu konzentrieren. Die Nachfrage nach Immobilien würde folglich stark sinken – und damit auch die Verkaufswerte.

Ein stark gestiegener Leitzins würde somit Millionen Immobilienprojekte betreffen, und zwar mit negativen Folgen. Unberührt davon blieben alle Besitzer, deren Finanzierung längst abgewickelt ist und die in absehbarer Zeit keinen Verkauf planen. Die Mieten würden schließlich keine große Beeinflussung erfahren; ob zur Eigennutzung oder zur Vermietung, wäre die Immobilie für diese Personen immer noch eine sichere Anlage.

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