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Silikon oder Acryl – Wann verwendet man was?

Acrylfuge-vs-Silikonfuge
Dominik
Geschrieben von Dominik

Für den Laien ist eine Silikonfuge von einer Acrylfuge nur schwer zu unterscheiden. Sowohl Acryl wie auch Silikon kann man im Baumarkt in Kartuschen kaufen. Beides verarbeitet man mit einer Kartuschenpresse (auch Silikonpresse genannt). Die Beschaffenheit kann man bei beiden Dichtungsmitteln ähnlich und optisch kaum auseinander halten. Zum Abdichten von Fugen kann man beides verwenden. Und trotzdem gibt es Unterschiede und verschiedene Anwendungsbereiche, in denen sich das eine besser eignet, als das andere.

Silikonfuge von Acrylfuge unterscheiden

Einmal aufgetragen lässt sich mit ungeübtem Blick kaum erkennen, um welches Material es sich handelt. Ist die Paste noch nicht ausgehärtet, können Sie zunächst mit den Fingern prüfen, was es ist. Befeuchten Sie dazu Ihre Finger und reiben sie etwas von der Paste zwischen Daumen und Zeigefinger. Acryl verhält sich hier ähnlich wie feuchter Kaugummi, denn es lässt sich zu kleinen Kügelchen rollen. Silikon fühlt sich schmierig an.

Ist die Fuge ausgehärtet, muss aber ohnehin entfernt werden, können Sie dabei feststellen, ob hier Silikon oder Acryl verwendet wurde. Silikon können Sie meist an einem Stück abziehen, da es, selbst nach langer Zeit, elastisch bleibt. Eine Acrylfuge hingegen reißt in kurze Stücke. Das Entfernen ist also wesentlich mühseliger. Nur vom Anfassen der getrockneten Fuge allein können Sie kaum feststellen, um welches Dichtungsmittel es sich handelt, da sich beides sehr ähnlich anfühlt.Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Wozu eignet sich Silikon?

In Feuchträumen wie Bad, Küche und im feuchten Keller eignet sich Silikon zum Verfugen und Abdichten. Es bleibt jahrelang elastisch, ist wasserabweisend und dichtet hervorragend ab.  Man verwendet es daher überall, wo man kleine Spalten gegen eindringende Feuchtigkeit abdichten muss. In Frage kommen etwa die Umrandung von Waschbecken, Dusche, Spülbecken oder Herd, genauso wird es bei der Verlegung von Rohren verwendet.

Für Feuchträume kann man darüber hinaus auch spezielles Sanitär-Silikon, das pilzhemmende Zusatzstoffe enthält kaufen. Ein solches Silikon eignet sich besonders für Duschen oder Badewannen, in denen sich mit der Zeit gerne Schimmelpilze bilden.

Da hier häufig eine sehr große Luftfeuchtigkeit herrscht und die Fugen immer wieder nass werden, sind insbesondere die Silikonfugen an den unteren Rändern und in schwer zu reinigenden Ecken ein idealer Nährboden für Schimmelpilze.

Es gibt außerdem einen entscheidenden Nachteil von Silikon gegenüber von Acryl:

Silikon kann man nicht überstrichen – Acryl kann man überstreichen

Wählen Sie daher von vornherein eine passende Farbe. Grau, Weiß und Transparent sind in den meisten Baumärkten erhältlich.

Wann wird Acryl benutzt?

Acryl hat eine Eigenschaft, die Silikon nicht vorweisen kann: es kann überstrichen werden. Deshalb eignet sich Acryl zum Ausbessern von Rissen und Bohrlöchern im Mauerwerk beziehungsweise in der Wand. Man verwendet Acryl gerne im Innenausbau.

Ebenso können Sie damit saubere Kanten beim Tapezieren in den Ecken schaffen. Treffen in einer Ecke zum Beispiel zwei unterschiedliche Tapeten aufeinander oder geht die tapezierte Wand dort in eine Holzvertäfelung über, hilft eine Acrylkante für einen sauberen Übergang. Müssen Sie irgendwann neu streichen, können Sie die Acrylkante direkt mitstreichen.

Gegen eindringende Feuchtigkeit schützt Acryl nicht, da es ist nicht wasserabweisend ist. Und auch im Punkt Elastizität kommt es nicht an Silikon heran. Dort, wo Materialien arbeiten oder Vibrationen entstehen, wird das unelastische Acryl einreißen.

Es eignet sich also weniger zum Abdichten von Werkbänken, auf denen vibrierende Maschinen stehen, gehämmert oder gebohrt wird. Ein weiteres Manko ist zudem, dass sich auf der gröberen Oberfläche leichter Schmutz absetzen kann, der sich schlechter entfernen lässt.

An Orten, wo Verschmutzungen und Reinigung immer wieder Thema sind, eignet sich Acryl daher weniger als Silikon. Insbesondere im Bodenbereich, zum Beispiel zum Abdichten von Fußleisten, ist Acryl nicht empfehlenswert.

So bekommen Sie saubere Acryl- oder Silikonfugen

Damit die Fuge am Schluss glatt ist und perfekt aussieht, muss sman sie abziehen. Sie spritzen also zunächst die gesamte Fuge und ziehen dann mit einem angefeuchteten Finger die Paste glatt. Bei Silikon funktioniert es am besten mit Wasser, das mit einem Schuss Spülmittel gemischt ist. Acryl können Sie mit purem Wasser glätten, Spülmittel benötigen Sie hier nicht. Wenn Sie nicht ihren Finger verwenden wollen, gibt es auch noch Fugenglätter oder Glättcutter.

Fazit: Sowohl Acryl wie auch Silikon haben Vor- wie auch Nachteile

Zusammenfassend lässt sich feststellen: überall dort, wo viel Feuchtigkeit herrscht und man Fugen gegen eindringende Feuchtigkeit abdichten will, ist Silikon unschlagbar. Acryl ist hingegen im Innenraum empfehlenswert und man kann es problemlos mit herkömmlicher Wandfarbe überstreichen.

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